Mein kleiner Schatz,

es war Mitte  Januar 2000, als mir bewusst wurde, das irgend etwas mit mir nicht gestimmt hat.

Ich wusste nicht, was es war.

Mir war morgens schlecht, und ich war so total müde usw.

Im Februar hatte ich meine Regel zum zweiten Mal nicht bekommen.

Ich machte voller Erwartung einen Schwangerschaftstest.

Ja, er war POSITIV!!!

Erst war ich ein bisschen "geschockt, da ich doch im März schon 40 Jahre alt wurde...

....aber dann überwog die Freude auf dich!!!

Am 13. März 2000 - einen Tag vor meinem Geburtstag - bekam ich die ärztliche Bestätigung!

Voller Stolz und Glück hielt ich dein erstes Bild in den Händen.

Noah, ich hätte die Welt umarmen können, als ich dich das erste Mal auf dem Ultraschall gesehen habe.!!!

Deine so zaghaften Bewegungen!

DU warst DA!!!!

...und ich habe dich vom ersten Augenblick an geliebt.

Gegen die Anfangschwierigkeiten haben wir gemeinsam "gekämpft"!

...aber dann ging es dir und mir sehr gut!

Mein Mäuschen, wie sehr habe ich mich immer auf die Arzttermine gefreut, wo ich dich sehen durfte.

Du weisst genau, dass du noch zwei Schwestern hast., Mirjam und Anna-Lena.

Als ich ihnen das erste Bild von dir gezeigt habe, konnten sie es kaum fassen.

Sie haben dich auch von Anfang an geliebt.

Natürlich war es etwas ganz besonderes für sie, dass sie noch einen Bruder bekommen sollten.

Noah, wir beide hatten eine wunderschöne Zeit zusamen.

Leider war sie viel zu kurz.

Süsser, ich sehe dich noch vor mir, wie du versucht hast, dein Däumchen in den Mund zu stecken!!!!

Tja, leider hat es noch nicht so funktioniert, wie du es dir vorgestellt hattest. ...

,,,aber du hast nicht aufgegeben, sondern hast dannn kurzerhand, deine ganze Faust in dein kleines Mündchen genommen !!!

Dieses Bild werde ich niemals vergessen können. Es war zu schön und ich habe geweint vor lauter Glück!

Weisst du noch, wie du dich das erste Mal deutlich zu erkennen gegeben hast?

Es war ein Sonntagabend und ich habe mit Miri und Anna-Lena auf der Couch gesessen.

Aufeinmal spürte ich einen kleinen sanften Tritt in mir. Miri und Anna wollten dich auch sofort spüren, leider konnten sie es noch nicht. Aber ich habe dich gesprüt, und kurz nach deinem ersten "Tritt" hast du es nochmal getan.

Noah, ich war soooo glücklich.

Die Zeit verging und ich war nur noch glücklich und habe mich auf dich gefreut.

Der Bauch wurde dicker  und mit jedem Tag hast du dich mehr bemerkbar gemacht...

...es war so schön.....!!

Es war schon fast alles vorbereitet für deine Ankunft bei uns...

bis zum 08.-06.2000, dem Tag, der zum Alptraum wurde und es bis heute geblieben ist!

 

                                                                

                                                     

 

08.06.2000

Der 8. Juni 2000 war ein Donnerstag.

Ich hatte für 11.00 Uhr einen Vorsorgetermin bei meiner Ärztin.

Mir war so seltsam zu Mute, ich hatte Angst.

...Angst, wo ich nicht sagen konnte, wo sie herkam!!

Ich ging zur Ärztin und war schon so gespannt, dass ich deine Herztöne hören durfte.

....aber das CTG hat keine angezeigt!!!!

Ich wurde damit vertröstet, dass sie mir sagten, "Das Gerät ist wohl nicht ganz in Odnung, dies kommt inletzter Zeit öfters vor!"

Ich kam ins Behandlungszimmer und es dauerte eine Ewigkeit, bis die Ärztin zu mir kam.

Ich lag auf der Liege und sie machte den Ultraschall!

Sie sagte noch zu mir: " Der Kleine macht es uns heute aber schwer!"

Sie schaltete das Gerät aus...

...und wieder ein.

Das gleiche Spiel von vorne. Ich wurde immer nervöser und sah, dass das Gesicht meiner Ärztin auch viel ernster wurde.

...dann schaltete sie das Gerät ganz aus und drehte es weg!

Sie schaute mich nur an und sagte:"Ich glaube, da stimmt was nicht!" "Es tut mir so wahnsinnig leid!"

Ich schaute sie nur an und habe gesagt: "Mein Baby ist nicht tot, nein???"

Sie nickte nur ...

hat versucht mich festzuhalten, aber ich habe nur noch geschrien!!!

Ich konnte - wollte - es nicht begreifen!!!!!!

Mein kleiner Schatz sollte in meinem Bauch gestorben sein, ohne dass ich etwas gemerkt habe!!???

Was habe ich getan in dem Augenblick als er um sein Leben kämpfen musste??

Hat er mir ein Zeichen gegeben, dass ich nicht verstanden habe???

Es waren alle so hilflos und keiner wusste mehr, wie er mit mir "umgehen " sollte.

Sie riefen im Krankenhaus an und bestellten mir ein Taxi.

 

Zu Hause angekommen, sollte ich gleich ins Krankenhaus fahren, da Noah unbedingt geboren werden müsste.

....aber ich wollte nicht. Ich wollte Zeit haben zum Abschiednehmen, aber das wurde mir nicht gegeben.

Gegen 15.00 Uhr war ich im Krankenhaus und sofort wurde alles getan, dass Noah geboren werden sollte.

Ich musste es auch nochmal durchstehen, Noah tot in mir auf Ultraschall zu sehen. Es war grausam !

Gegen 16.00 Uhr bekam ich die ersten Wehenmittel.

Ich hatte weit über 38 Grad Fieber und somit schon eine Schwangerschaftsvergiftung , die sie nun auch noch in den "Griff" kriegen mussten.

Ich lag alleine mit meinen Gedanken und Schmerzen im Zimmer. Sie hatten mir ein Einzelzimmer gegeben.

Erst spät abends kam eine Hebamme zu mir und sprach fast 2 Stunden mit mir.

Sie war sehr, sehr nett und einfühlsam...

...aber sie konnte mir den Schmerz auch nicht nehmen.

Ich hatte den Arzt um einen Kaiserschnitt gebeten, aber der wurde abgelehnt.

Knallhart, mit der Begründung: "Bringen Sie ihr Kind auf normalen Weg zur Welt, dies ist das letzte, was sie für ihr Baby tun  können."

Wenn sie einen Kaiserschnitt machen lassen, sehen sie täglich die Narbe und werden daran erinnert.

So ein Blödsinn, ich erinnere mich auch ohne Narbe täglich an mein Kind!

Ich bekam starke Schmerzmittel und bin dann irgendwann eingeschlafen.

                                                                    

09.06.2000

Ich erwachte mit Schmerzen.

Die Schmerz- und Beruhigungsmittel wurden verstärkt und so habe ich den Vormittag fast "geschlafen".

Ich habe fast nichts mehr wahrgenommen.

Der Tag zog sich hin und gegen 15.00 Uhr haben sie mich in den Kreissaal gebracht.

Kurz vor 16.00 Uhr ist mein kleiner Schatz zur Welt gekommen.

Ich habe nur dagelegen und immer noch auf einen Schrei gehofft...

...aber es war im wahrsten Sinne "Totenstille" im Kreissaal!

Als Noah da war, haben sie ihn sofort aus dem Zimmer gebracht.

Eine 1/2 Stunde später bin ich noch operiert worden.

Nach der OP wurde ich gefragt, ob ich Noah sehen möchte.

Ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Kraft mehr dazu. Sie gaben mir auch nur 1 Stunde Zeit.

Nachts, als ich alleine war, war ich bereit dafür.

Ich wollte mein Baby wenigstens einmal im Arm halten dürfen.

Einmal ihm sagen, wie sehr ich ihn liebe ,

..einmal ihm sagen, wie sehr ich mich auf  ihn gefreut habe,

...ich habe es nicht mehr gedurft.

Noah durfte nicht einmal in meinen Armen liegen!

Dies bereue ich immer noch und es macht mir schwer zu schaffen.

                                Noah, ich liebe dich!!!

 

                                              

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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